Kundalini-Yoga
Kundalini Yoga
Informationen für Angängerinnen/Anfänger
Was ist Kundalini Yoga?
Kundalini Yoga ist verwandt mit anderen Yogaformen wie Hatha Yoga. Es ist aber in vielen Übungen dynamischer, gerade weil es sich stark auf das Spüren der eigenen Lebensenergie richtet. Der Atem hat einen zentralen Stellenwert und wird praktisch während aller Übungen bewusst geführt. Auch Meditation, in sehr vielen Variationen wird bei jeder Übungsreihe als vertiefende Achtsamkeitsschulung und Fortsetzung der Körperübungen auf anderer Ebene geübt. Kundalini Yoga wurde am Ender der 60er Jahre durch Yogi Bhajan aus Nord-Indien in den Western gebracht.
Wie fängt man richtig an?
Jede Kundalini Yoga Übung hat drei Ebenen:
- Asana, die Körperhaltung
- Pranayama, die Atemführung
- Dhyan, die Meditaion
Asana – die Körperhaltung
Es gibt im Kundalini Yoga ungefähr 50 Basishaltungen, von denen tausende Haltungen und Bewegungen abgeleitet werden. Alle bekannten Haltungen des Yoga wie Pflug, Dreieck, Kobra, Bogen, Brücke usw. sind dabei. Extreme Dehnübungen sowie Kopfstand kommen im Kundalini Yoga nicht vor. Neben einer korrekten, konzentrierten Ausführung der Übungen und einer allmählichen Steigerung der Flexibilität geht es im Kundalini Yoga vor allem um eine natürliche und lebendige Dynamik des Körpers und um ein waches Körperbewusstsein.
Pranayama – die Atemführung
Wie wir atmen, hat auf einer sehr fundamentalen Ebene mit unserer Lebenskraftund unserem Lebensgefühl zu tun. Deshalb wird das richtige und intensive Atmen so wichtig genommen im Kundalini Yoga Unterricht. Viele Menschen spüren die große Veränderung, wenn sie ihren unvollständigen und oberflächlichen Atem korrigieren.
Oder wenn sie das sogenannte „paradoxe Atmen“ umstellen: schätzungsweise 40% aller Menschen zieht (unbewusst) beim Einatmen den Bauch ein und macht das eigene Zwerchfell unbeweglich, anstatt den Bauch nach vorne zu drücken und dem Zwerchfell Raum zu lassen zum Einatmen.
Die zwei wichtigsten Atemformen im Kundalini Yoga sind langer tiefer Atem und Feueratem.
Langer tiefer Atem wirkt sehr entspannen und gibt ein Gefühl von Innerem Frieden. Langer tiefer Atem wird so langsam und so tief gemacht, wie die Übung es erlaubt.
Kurz erklärt, funktioniert ein Einatmen ungefähr so:
Drücke deinen Bauch ruhig und langsam nach vorne, so dass das Zwerchfell Raum hat, sich nach unten zu bewegen, um Luft anzusaugen.
Weite (mit den Zwischenrippenmuskeln) den Brustkorb, indem du die Rippen anhebst.
Hebe Brustbein und Schlüsselbeine leicht an.
Das Ausatmen wird am Besten oben durch Entspannen der Hilfsatemmusklen angefangen, dann werden die Rippen und schließlich wird der Bauch gut eingezogen.
Feueratem wirkt reinigend im Körper und gibt sehr viel Energie. Es geht dabei um einen kräftigen „Blasebalg“ Atem, nur mit dem Bauch und dem Zwerchfell. Angangs kann die Feueratmung ruhig langsam gemacht werden. Später, wenn es gut funktioniert, dann ungefähr 2 Mal pro Sekunde.
Bitte achte darauf, beim Feueratem nicht in „paradoxes Atmen“ zu verfallen. Auch die Kopfhaltung muss berücksichtigt werden (das Kinn leicht angezogen), damit kein Druckgefühl im Kopf entsteht.
Dhyan – die Meditation
Meditation ist ein integraler Bestandteil des Kundalini Yoga su der Einsicht heraus, dass wir uns und unseren Körper nie entspannen können, wenn unser Geist mit seinem immerwährenden inneren, „Radioprogramm“ aus Sorgen, Plänen und Assoziationen normal weitermacht.
Die Gedanken können aber nicht auf Befehl angehalten und in Leerlauf gesetzt werden. Deshalb entspannen wir den Geist, indem wir ihn auf bestimmte Punkte oder Wörter konzentrieren, die zudem eine hilfreiche energetische Wirkung haben. Solche Punkte sind z.B. der Punkt zwischen den Augenbrauen, der Scheitelpunkt oder Nabelpunkt.
Die Konzentrationswörter werden Mantra genannt. „Man“ bedeutet Geist, „Tra“ Projektion. Die folgenden Mantras werden bei allen Kundalini Yoga Klassen gebraucht.
Ong Namo Gurudev Namo mit dem Singen dieses Adi-Mantra wird jeder Yogaunterricht eröffnet. Bedeutung: Ich begrüße die kosmische, schöpferischen Energie und den erhabenen Weg zum Licht
Folgendes gesungenes Lied schließt den Yogaunterricht ab.
„May the long time sun shine upon you,
All love surround you and the pure light
within you guide your way on”
“Lass die ewige Sonne auf dich seinen,
Liebe dich umhüllen und das reine Licht
In deinem inneren weise dir den Weg.
Am besten sollte man zwei Stunden vor den Yogaübungen nichts mehr essen. Trinken ist kein Problem. Im Gegenteil, es ist gut vor, nach und sogar während des Unterrichts Wasser oder Tee zu trinken, um die inneren Reinigungsprozesse, die das Yoga in Gang bringen, zu unterstützen.
Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, sollen sich beim Yoga ein bisschen schonen: Keine Übungen machen, bei denen Druck auf den Bauch entsteht: Feueratem, Kerze, die Beine heben usw.
Wer ein Wirbelsäulenproblem hat oder in medizinischer Behandlung ist, sollte das mit der Lehrerin besprechen und während der Übungen gut die eigenen Grenzen beachten.
Es ist empfehlenswert, barfuß zu üben, weil die Füße dann gut atmen können.
Die besten Zeiten zum Üben sind der frühe Morgen oder der Abend.
In einer Zeit voller Hektik und Stress
gibt uns Yoga die Fähigkeit, zu innerer
Ruhe und Ausgeglichenheit zu gelangen.
Durch Yoga erleben wir alles um uns
herum intensiver und bewusster. Wir
lernen, uns nicht zu sehr in den täglichen
Trubel hineinziehen zu lassen,
sondern inneren Abstand zu bewahren.
Yoga kann von jedem Menschen,
gleich welchen Alters, praktiziert werden
und bedeutet ganzheitliche Gesundheit,
da es auf Körper, Geist und
Seele wirkt. Der Körper wird durch die
Übungen beweglicher und die Muskulatur
kräftiger.